Frohe Ostern!

Wir wünschen euch und euren Familien Frohe Feiertage und ein schönes Osterfest!

Euer FANport-Team

Fanprojekte fuhren ein

„Es fährt ein Zug nach Nirgendwo – Fanprojektarbeit in ländlichen Räumen“

Unter diesem Titel fand die diesjährige Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) vom 22.-24. März auf dem Rabenberg im Erzgebirge statt. Es war dabei nicht überraschend, dass sich schon auf der Talkrunde zur Eröffnungsveranstaltung die Fragen um Angebotsdichte und Erreichbarkeit, Netzwerkbildung, Anonymität oder politische Strukturen drehten und damit Unterschiede zu großen Metropolenregionen schlagwortartig beschreiben. Und natürlich sind diese Unterschiede den Akteur*innen Sozialer Arbeit im ländlichen Raum, und damit auch Fanprojekten, wohl bekannt.

Doch worin differenziert sich die Arbeit in Dortmund und in Plauen? Was macht es aus, wenn 80.000 oder 5.000 Zuschauer*innen im Stadion sind? Braucht es überhaupt Soziale Arbeit mit Jugendlichen in ländlichen Räumen?

Das VIII. Sozialgesetzbuch beantwortet diese Frage gleich im ersten Satz: „Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.“

Es braucht also nicht über eine Notwendigkeit gesprochen werden, vielmehr muss festgestellt werden, dass die vorhandenen Angebote nicht ausreichen oder schlecht greifen. Der Jugendforscher Klaus Farin kritisierte in seinem Inputreferat im Rahmen der Auftaktveranstaltung untertage in den Zinnkammern Pöhla e.V., das seit Jahren dieselben Fehler begangen würden. Jugendliche werden schlecht einbezogen, können nicht mitbestimmen und ihre Bedürfnisse werden von Erwachsenen eher vermutet als tatsächlich gemeinsam mit ihnen identifiziert. So würde beispielsweise in keinem einzigen Beirat der Verkehrsverbünde auch nur ein*e Jugendliche*r sitzen, und das, wo gerade die schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr eine große Herausforderung für junge Menschen ist.

Dieser Umgang der Erwachsenenwelt mit jungen Menschen ist schwer verständlich, sind doch gerade ländlichere Gebiete auf die Jugendlichen angewiesen. Und die wollen, aktuellen Studien zufolge, auch gerne bleiben. Fanprojekte haben an dieser Stelle entscheidende Vorteile. Die Leidenschaft für Fußball und einen Verein verbindet und bringt junge Fans aus der Region in den Stadien zusammen. Eine ideale Voraussetzung für die Kontaktaufnahme und Beziehungsarbeit durch die Sozialarbeiter*innen gerade in Regionen, wo es wenig vergleichbare Angebote Sozialer Arbeit gibt. Die Fansozialarbeit orientiert sich mit ihren partizipativen und offenen Angeboten an den Bedarfen der Fans und ihrer Lebenswelt. Dabei reicht das Portfolio von Beratungsangeboten, über das zur Verfügung stellen von Räumlichkeiten und weiterer Infrastruktur, Outdooraktivitäten oder U18-Fahrten zu Auswärtsspielen. Damit sind Fanprojekte – gerade in ländlichen Räumen – ein unverzichtbarer Bestandteil der ausgedünnten Hilfelandschaft, darüber waren sich die Podiumsgäste einig.

Bei der Spartakiade traten die vier Regionalverbünde gegeneinander an – der Westverbund gewann.

Der zweite Tagungstag beinhaltete eine Vielzahl von Workshops. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Konzipierung erlebnispädagogischer Angebote, welche abseits von Großstädten und Ballungsgebieten einfach realisiert werden können. Die Tagung endete mit der turnusmäßigen Mitgliederversammlung der BAG Fanprojekte e.V. Die nächste Tagung wird im März 2023 in Lübeck stattfinden.

Sophia Gerschel/Christian Keppler

BAG Sprecher*innen

„Rassismuskritisch denken lernen.“

Digitaler Workshop von Stadtsportbund (SSB), SC Preußen Münster und FANport Münster

Wie jedes Jahr beteiligen wir uns auch 2022 wieder an den Münsteraner Wochen gegen Rassismus. Gemeinsam mit dem Stadtsportbund Münster (SSB) und dem SC Preußen Münster laden wir zu einem digitalen Workshop ein. Außerdem bieten wir einen Graffitiworkshop „gegen Diskriminierung“ an.

Rassismuskritisch denken lernen – Rassistische Strukturen (für alle) begreifbar machen

Rassismus und andere Formen von Diskriminierung sorgen im Sport immer wieder für Schlagzeilen. Sie zeigen, wie tief struktureller Rassismus auch in unserer Gesellschaft verankert ist. Um dem entgegenzuwirken reicht es nicht, sich reflexhaft über Rassismus zu empören. Vielmehr müssen wir uns alle kritisch damit auseinandersetzen und die strukturellen Probleme unserer Gesellschaft verändern.

Um Interessierte dafür zu stärken, bieten wir gemeinsam mit dem SSB Münster und dem SCP am Mittwoch, 16. März 2022, einen digitalen Workshop an. Unter dem Titel „Rassismuskritisch denken lernen. Rassistische Strukturen (für alle) begreifbar machen“ lernen die Teilnehmenden entsprechende Strukturen aufzudecken und sichtbar zu machen. So soll das Bewusstsein bei Ehrenamtlichen aus Freiwilligengruppen und Sportvereinen gestärkt und Vorurteile abgebaut werden.

Der kostenfreie Workshop unter der Leitung von Mohamed Kouras und Kathrin Löbb findet von 18 bis 21 Uhr online statt. Interessierte können sich per Mail an j.wagner@ssb.ms dafür anmelden.

 

Graffiti als Ausdrucksform – Einsteiger:innen-Workshop

Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahren. David und Jan wollen mit ihrem Workshop die Teilnehmenden befähigen, sich auf subversive Art auszudrücken und für ihre Positionen einzustehen. Schließlich soll gemeinsam ein größeres Bild gegen Diskriminierung gemalt werden. Interessierte können sich per Mail an fanport@outlaw-ggmbh.de anmelden. Der Workshop findet am 27. März 2022 ab 10 Uhr im und am FANport am Preußenstadion statt und ist ganztägig – für Verpflegung wird gesorgt.

 

 

Fanhilfe MS: Stellungnahme zu den aktuellen Repressionen in Folge des Polizeieinsatzes in Velbert

Am 24.11.2021 haben wir an dieser Stelle zu den Ereignissen rund um das Auswärtsspiel gegen den KFC Uerdingen in Velbert am 20.11.2021 Stellung genommen. Seitdem sind nun einige Wochen ins Land gegangen und – wie bereits im Nachgang an das Spiel befürchtet – sind etliche Preußen-Fans nun polizeilichen Repressionen ausgesetzt. Mit etwas zeitlichem Abstand wird nun auch das Ausmaß der Ereignisse sichtbar.

Im Anschluss an das Spiel meldeten sich vermehrt Fans bei uns, die vor Ort Polizeigewalt erfahren und beobachtet hatten. Die betroffenen Personen, welche aus allen Teilen des Stadions kommen, haben sich ihre Verletzungen richtigerweise ärztlich dokumentieren lassen. Die Polizeigewalt im Gästeblock ist auch auf im Internet veröffentlichten Videos in Ansätzen zu erkennen.

Im Laufe der letzten Woche trafen bei den ersten Preußen-Fans Stadionverbote – ausgesprochen durch den KFC Uerdingen 05 e.V. – ein. Ausgesprochen wurden diese ohne jegliche Anhörung oder vorherige Chance zur Stellungnahme, lediglich eine nachträgliche Möglichkeit der schriftlichen Stellungnahme bis zum 02.11.2021(sic!) wird seitens des KFC Uerdingen 05 e.V. geboten. Dass Fußballfans ein vorheriges Anhörungsrecht haben, hatte das Bundesverfassungsgericht bereits 2018 festgestellt.

Unter den Betroffenen sind neben jugendlichen Preußen-Fans auch Personen, welche sich ehrenamtlich im Umfeld des Vereins organisieren. Es entsteht das Bild, dass die Stadionverbote hier wahllos nach dem Gießkannenprinzip verteilt worden sind, ohne sich dem Einzelfall anzunehmen, da vor Aussprache seitens des KFC Uerdingen 05 e.V. keine Anhörung ermöglicht worden war. Auch wurde dem Einfluss des vollends missglückten Polizeieinsatzes und dem eskalierenden Verhalten der Polizei in keiner Weise Rechnung getragen, sodass anscheinend kein Interesse seitens des KFC Uerdingen 05 e.V. an einer Aufklärung der Geschehnisse besteht. Wir fordern daher, die ausgesprochenen Stadionverbote mit sofortiger Wirkung aufzuheben, da etliche Fragen im Rahmen des eskalierenden Polizeiverhaltens noch immer ungeklärt sind! Die Fälle der betroffenen Personen müssen deshalb – auch unter Zuhilfenahme des Fanprojekt Preußen Münster e. V. und dem sozialpädagogischen FANport Münster– gänzlich neu und neutral betrachtet werden.

Gänzlich gegensätzlich und positiv nehmen wir das bisherige Vorgehen des SC Preußen Münster wahr, der sich bisher für die Aufklärung des Polizeieinsatzes ausgesprochen hat. Die Vereinsführung bemühte sich seitdem um einen offenen und fairen Austausch mit der Fanszene, dem Fanprojekt Preußen Münster e. V. und dem sozialpädagogischen Fanprojekt FANport Münster, um das Vorgehen des Ordnungsdienstes und der Polizei in Velbert entsprechend einzuordnen. Auch der Gang in die Kurve verschiedener Gremienmitglieder im Anschluss das Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück am 26.11.2021 und die damit verbundene Geste lässt uns hoffen, dass die Ereignisse auch im weiteren Verlauf vorurteilsfrei betrachtet werden. Wir hoffen, dass der Verein seine Fans weiterhin unterstützt und sich für die Aufhebung der Stadionverbote und eine neutrale Neubetrachtung der Fälle einsetzt.

Für alle Betroffenen und Zeug*innen sind wir euer erster Ansprechpartner: Solltet Ihr vor Ort Polizeigewalt erfahren oder beobachtet haben, dann sprecht uns gerne im Stadion darauf an oder wendet euch an info@fanhilfe.ms. Nur so können wir uns ein lückenloses Bild von den Vorgängen machen. In jedem Fall raten wir in allen Problemen mit Polizei, Justiz und dem KFC Uerdingen 05 e.V. Kontakt mit uns aufzunehmen, um euch bestmöglich rechtlich beistehen und unterstützen zu können.

Spendenaktion für Ukraine-Hilfe

Die aktive Fanszene des SC Preußen Münster sammelt Spendengelder für eine karitative Aktion anlässlich des Krieges in der Ukraine. Hier der Aufruf – man kann auch überweisen:

Die Fanszene des SC Preußen Münster unterstützt die Spendenaktion der Initiative „Ukraine Support Bochum“. Wie schon beim Auswärtspiel in Wuppertal werden vor dem kommenden Heimspiel gegen Fortuna Köln mehrere Spendenteams unterwegs sein, um sowohl am Haupteingang als auch an der Halle Berg Fidel Geldspenden entgegenzunehmen. Die Spendenteams werden an entsprechenden Schildern zu erkennen sein.

Bereits in Wuppertal sammelten Preußenfans Geld für die Unkraine-Hilfe

Die Übermittlung der Spenden an die hilfsbedürftigen Menschen in der Ukraine erfolgt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Vereinen und Organisationen aus ganz Deutschland. Zusätzlich haben engagierte Personen aus dem Kreis der Initiative engen Kontakt zu eigenen Familienangehörigen, Freunden und Bekannten, die sich derzeit in der Ukraine befinden. Diese Menschen bilden vor Ort Communities und übermitteln täglich neue Bedarfslisten mit Produkten, die benötigt werden. Geldspenden können dann nach Bedarf in Sachspenden wie Nachtsichtgeräte, Schutzwesten, Thermounterwäsche, Schlafsäcke, Funkgeräte oder Erste-Hilfe Sets umgewandelt werden.

Wer es nicht zum Heimspiel schafft, aber dennoch etwas spenden möchte, kann außerdem eine Überweisung an das folgende Konto richten:

IBAN: DE48 4306 0967 7918 8877 00

BIC: GENODEM1GLS

Verwendungszweck: ELINOR976PTT

Faninfos zum Auswärtsspiel in Wuppertal

Am Sonntag (6. März 2022) spielt der SC Preußen Münster auswärts in Wuppertal. Für die Anreise setzt die DB einen Entlastungszug ein.
Die Zeiten sind:
Abfahrt: 10:27 Uhr Münster HBF
Ankunft: 11:39 Uhr Wuppertal-Sonnborn
Rückfahrt: 16:53 Uhr Wuppertal-Sonnborn
Ankunft: 18:25 Münster HBF

Auf dem Fußweg zum Stadion begleitet je nach Situation die Landespolizei die #Preußenfans. Weitere Infos zur Anreise stehen im „Fanbrief“ der Polizei Wuppertal – s. Link weiter unten.

Karten für das Spiel sind nur im Vorverkauf in Münster über die Fanshops des SCP erhältlich. Eine Tageskasse für Preußenfans in Wuppertal wird es nicht geben.

Von unserer Seite begleiten Stefan und Edo das Spiel.

https://www.fanport-muenster.de/wp-content/uploads/Fanbrief-WSVSCP.pdf

OUTLAW: Schutz vor Krieg und Gewalt

Ein Recht auf Schutz vor Gewalt, auf Gesundheit, Bildung, Freizeit, Spielen, Erholung, gute Lebensbedingungen, auf Beteiligung und noch vieles mehr: Jeden Tag vermitteln wir den Kindern in unseren Einrichtungen, dass sie Rechte haben.

Fassungslos müssen wir nun mit ansehen, wie diese Rechte durch den Russischen Angriff auf die Ukraine missachtet werden – und nicht nur die der Kinder. Jeder Mensch sollte in Frieden leben dürfen – Krieg kann niemals die Lösung sein!

Wir sind in Gedanken und mit Solidarität bei allen Menschen – vor allem den Kindern und Jugendlichen – die gerade in der Ukraine leben und fliehen müssen und deren Rechte so schmerzlich verletzt werden. Die Vorgänge bestärken uns, den Kindern in unseren Einrichtungen demokratische Strukturen zu vermitteln und uns weiter für die Wahrung der Kinderrechte einzusetzen.

WAZ: Nach Böllerwurf – Rechte Fanszene gerät ins Visier

„Die überwältigende Mehrheit der Zuschauer im Stadion an der Hafenstraße reagierte fassungslos, ja geschockt auf diesen gewaltigen Knall, der einem packenden Fußballspiel zwischen den Mannschaften von Rot-Weiss Essen und Preußen Münster am Sonntagnachmittag, ein abruptes Ende setzte. Nur Sekunden nach dem verheerenden Böllerwurf, durch den zwei Auswechselspieler des Gästeteams verletzt wurden, fanden viele die Sprache wieder: „Wir sind Essener und ihr nicht“, schallte es in Richtung Block W1 der Westtribüne, aus dem der Böller augenscheinlich geflogen kam.“ (…)

Zum vollständigen Artikel: https://www.waz.de/staedte/essen/nach-boellerwurf-rechte-fanszene-von-rwe-geraet-ins-visier-id234634139.html

„!Nie Wieder“ – Infoveranstaltung zu Paul Wulf

Am Freitag, den 28. Januar 2022 um 17 Uhr, informieren wir im Rahmen der Initiative „!Nie Wieder“ über den Wahl-Münsteraner Paul Wulf.
Erinnerungspate Dr. Bernd Drücke stellt den im NS-Staat zwangssterilisierten Antifaschisten und Aufklärer vor.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Paul_Wulf

Die Veranstaltung dauert ca. 30 Minuten und findet an der Paul-Wulf-Skulptur am Servatiiplatz statt. Eine Teilnahme ist nur mit Maske möglich.

Jedes Jahr rund um den 27. Januar, dem Tag der Befreiung des Arbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee (1945), beteiligen wir uns an der Initiative „Erinnerungstag im Deutschen Fußball – ‘!Nie Wieder‘“. 2022 wird schwerpunktmäßig der Opfer des Nationalsozialismus gedacht, die zwangssterilisiert und aufgrund einer Behinderung verfolgt, unterdrückt oder ermordet wurden. Das diesjährige Motto in den Fußballstadien lautet dementsprechend: „Jeder Mensch zählt – egal auf welchem Platz!“.

❗️Unsere Infoveranstaltung zu Paul Wulf ist jetzt online bei Münster Tube:

📽 https://muenstertube.wordpress.com/2022/01/29/holocaust-memorial-day-2022-fanpoint-munster-hatte-zum-vortrag-uber-nazi-opfer-paul-wulf-mit-dr-bernd-drucke-eingeladen/

Unser Dank gilt allen, die geholfen haben! 🙏🏽