Über uns

Kontakt

FANPORT MÜNSTER
Die Fan-Anlaufstelle am Preußenstadion

Hammer Str. 302
48153 Münster
Tel.: 0251-97422440
FANport[at]outlaw-ggmbh.de

Unser Team

Das sozialpädagogische Fanprojekt FANport Münster nahm im Juli 2011 seine Arbeit unter der Trägerschaft der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe auf. Projektleiter Edo Schmidt arbeitet bereits seit November 2011 im FANport. 2015 kam David Grevelhörster zunächst als Praktikant und später als hauptamtlicher Mitarbeiter ins Team, das Stefan Woischner seit 2017 komplettiert.

Edo Schmidt (Leitung)
Soziologe M.A.
0151 61338940
edo.schmidt[at]outlaw-ggmbh.de

David Grevelhörster
Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge B.A.
Informationstechnischer Assistent
0160 98934350
david.grevelhoerster[at]outlaw-ggmbh.de

Stefan Woischner
Sozialarbeiter/ Sozialpädagoge B.A.
(IST) Sport-Manager
0160 90827934
stefan.woischner[at]outlaw-ggmbh.de

Unsere Arbeit

Wir arbeiten als Einrichtung der Jugendhilfe nach dem Sozialen Gesetzbuch VIII sowie nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS). Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen junge Preußenfans im Alter zwischen 12 und 27 Jahren. Wir unterstützen also in erster Linie Jugendliche auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens, sind aber ebenso an der Gestaltung einer demokratischen und toleranten Fankultur interessiert. Die Verminderung von Gewalt und Drogenmissbrauch beim Fußball sind weitere Leitmotive für unsere Arbeit. Die Prinzipien unserer Arbeit sind neben absoluter Freiwilligkeit und einer kritischen Parteilichkeit für junge Fans vor allem der Vertrauensschutz, den wir in jedem Fall gewährleisten. Bei unserer Beratungstätigkeit sind „Hilfe zur Selbsthilfe“ und Empowerment für uns handlungsleitend. Hierbei hilft uns die Zusammenarbeit in einem weit gespannten Netzwerk der örtlichen Jugendarbeit sowie von Fachstellen, an die wir bei bestimmten Problemlagen verweisen oder die wir um Rat fragen können. Außerdem kooperieren wir mit Jugendeinrichtungen und Schulen und bieten das Stadion als alternativen Lernort an.

Gemeinsam mit den Fans entwickeln wir Angebote, die ihren Interessen und ihrer Lebenswelt entsprechen, ob erlebnis- und sportpädagogische Maßnahmen, sinnvolle Bildungsangebote oder sozialpädagogische Projekte. Mit unserer Fan-Anlaufstelle direkt am Preußenstadion bieten wir allen Preußenfans Räume zum Treffen und als Freiraum für ihre Fankultur an. Unser Bolzplatz, der gemeinsam mit jungen Fans entstand, kann jederzeit – gerne auch selbstorganisiert – genutzt werden. Neben der Einzelfallhilfe und der Beratung von Jugendlichen beraten wir bei Bedarf den Sportclub Preußen Münster sowie andere Netzwerkpartner in allen Fragen, die Fans und Fankultur betreffen. Um dies leisten zu können, tauschen wir uns regelmäßig mit unseren Kolleg*innen von den anderen Standorten der Fansozialarbeit aus. Hierbei können wir auf einen reichen Erfahrungsschatz von inzwischen über 60 Fanprojekten zurückgreifen, die in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) organisiert sind. Außerdem werden wir von der Fachstelle der Landesarbeitsgemeinschaft der NRW-Fanprojekte (LAG) sowie von der Koordinationsstelle Fanprojekte bei der Deutschen Sportjugend (KOS) unterstützt. Durch kontinuierliche Fortbildung und der regelmäßigen Teilnahme an den Tagungen und Fortbildungen, die von den Fußballverbänden, der LAG oder der KOS organisiert werden, erweitern wir unsere Kompetenzen beständig.

Einen Schwerpunkt in der sozialpädagogischen Fanprojektarbeit bildet die U18-Arbeit. Seit Februar 2014 verfügt der FANport über einen 9-Sitzer-Bulli, um vermehrt alkohol- und nikotinfreie Auswärtsfahrten anbieten zu können. Seither sind freizeitpädagogische Gruppenangebote und Bildungsfahrten zu historisch bedeutsamen Orten oder die Teilnahme an Fan-Fußballturnieren viel leichter und auch spontan möglich. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Fanprojektarbeit besteht in der Aufsuchenden Arbeit, die überwiegend an Spieltagen geleistet wird. Hierbei werden häufig erst bestimmte Jugend- und Fußballspezifische Problemlagen erkannt und können gemeinsam mit den Jugendlichen bearbeitet und gelöst werden.

Seit Juli 2017 bietet der FANport ein Integrations- und Sportprojekt unter dem Motto „Aktiv ankommen in Münster“ sehr erfolgreich an. Neben anderen Angeboten wird zweimal in der Woche mit zugewanderten und anderen Münsteraner Jugendlichen in der Soccer-Halle Rummenigge gekickt. Aus diesem Kreis nahmen Jugendliche mehrfach an Fußballturnieren auch in anderen Städten teil. Hierbei ist die Zusammenarbeit mit den anderen Fanprojekten und der LAG NRW sehr hilfreich. Finanziert wird das Projekt über das NRW-Ministerium für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration.

Im Herbst 2018 erhielt das Team des FANport erneut das Qualitätssiegel „Fanprojekt nach dem Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“. Diese Zertifizierung gilt für drei Jahre und wird regelmäßig von der AG Qualitätssiegel der KOS unter Beteiligung eines wissenschaftlichen Instituts nach einer mehrmonatigen Qualitätsprüfung vorgenommen.

Nachdem die Ultràgruppen rund um den SC Preußen 06 e.V. Münster infolge der Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft im Januar 2018 ihren Support einstellten und sich die Kurve für rund ein Jahr in Schweigen hüllte, supportet die aktive Fanszene ihr Team seit Anfang 2019 wieder leidenschaftlich. Aktuell gehen wieder viele junge Leute ins Preußenstadion und begleiten ihren geliebten SCP auch zu Auswärtsspielen in der Dritten Liga. Somit ist es nach wie vor sinnvoll, Jugendlichen und jungen Erwachsenen am Fußballstandort Münster lebensweltorientierte Angebote der Jugendhilfe zu machen und eine Anlaufstelle für junge Preußenfans am Stadion an der Hammer Straße vorzuhalten. Hierfür wurde Mitte 2011 eigens ein sozialpädagogisches Fanprojekt ins Leben gerufen. Um Verwechslungen mit der Fanvertretung zu vermeiden, die den Namen „Fanprojekt Preußen Münster e.V.“ führt, gab man sich den Namen „FANport Münster“.

Die Arbeit im FANport läuft unter der Trägerschaft der Outlaw gGmbH, einem anerkannten freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Projektleiter Edo Schmidt arbeitet bereits seit November 2011 im FANport. Seit 2015 arbeitet David Grevelhörster im FANport-Team mit. Seit Februar 2017 ist Stefan Woischner dabei, der die Sportpädagogischen sowie die U18-Angebote für Jugendliche aus der SCP-Fanszene begleitet. In der Saison 2019/20 unterstützt Ben Bale das FANport-Team, der im sozialpädagogischen Fanprojekt sein Freiwilliges Soziales Jahr ableistet.

Schwieriger Start

Einen Einschnitt für den Verlauf des Projektes bedeuteten zunächst die Ereignisse beim Auswärtsspiel in Osnabrück im September 2011, als im Stadion ein Sprengkörper aus den Reihen der Preußen-Fans geworfen wurde und bei 33 Menschen zum Teil sehr schwere Verletzungen verursachte. An einen geordneten Auf- und Ausbau des Projektes, was u.a. den Umbau eines ziemlich baufälligen Gebäudes in unmittelbarer Stadionnähe zur Fan-Anlaufstelle mit der tatkräftigen Unterstützung aus der aktiven Fanszene vorsah, war zunächst nicht zu denken.

Dennoch ist es gelungen, bis Dezember 2011 zumindest den Veranstaltungsraum fertigzustellen und eine kleine inoffizielle Eröffnungsfeier mit den freiwilligen Helfern aus der aktiven Fanszene zu begehen. Im Frühjahr 2012 gelang der Abschluss der Umbauarbeiten und die offizielle Eröffnung der Fan-Anlaufstelle.

Inzwischen öffnet der FANport regelmäßig an Heimspieltagen für alle Interessierten aus der aktiven Fanszene. Mittwochs findet ein Offener Fantreff am Stadion statt. Und darüber hinaus werden Vorträge und andere Abend-Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Flutlicht“ organisiert, bei denen es um Fankultur, Fanrechte, Politik und Antidiskriminierung geht. Und schließlich kann am Donnerstagvormittag sowie nach telefonischer Vereinbarung das offene Beratungsangebot aufgesucht werden.

Im Rahmen der so genannten NRW-Initiative wurde in Münster 2011 der Örtliche Ausschuss Sport und Sicherheit eingerichtet, in dem u.a. die Polizei, die Staatsanwaltschaft, das Ordnungsamt, das Jugendamt, der Stadtsportbund, die Feuerwehr, die Stadtwerke (ÖPNV), der Ordnerdienst sowie der Verein des SC Preußen Münster mit seinen Sicherheits- und Fanbeauftragten sowie mit seinem Vorstand vertreten sind. Häufiger als der ÖASS tagen seine drei Arbeitskreise: Fandialog, Stadionsicherheit und Fanreiseverkehr. Der FANport übernahm dabei die Leitung des AK Fandialog. Da es nicht gelang, die Hauptzielgruppe des Projektes, die Ultras, in diesen Arbeitskreis regelmäßig einzubinden, stand im Januar 2014 die Umwidmung dieses Arbeitskreises zu einem Gremium der professionellen Fanarbeit an. In diesem Arbeitskreis tauschen sich die an Spieltagen zusammenarbeitenden Netzwerkpartner über Fragen und Vorkommnisse in der Fanarbeitspraxis aus, wozu nach wie vor alle Interessierten aus der SCP-Fanszene herzlich eingeladen sind. Seit der Saison 2017/18 übt der Verein den Vorsitz des AK Fanarbeit aus.

Um das sozialpädagogische Fanprojekt mit Einrichtungen der Sozialen Arbeit in den die Anlaufstelle umgebenden Stadtteilen zu vernetzen, nimmt der FANport an entsprechenden Arbeitskreisen mit der Perspektive teil, punktuell mit benachbarten Institutionen wie Jugendeinrichtungen, Stadtteilzentren und Schulen zu kooperieren. Bereits seit Mitte 2012 ist die Fan-Anlaufstelle in den wichtigsten Gremien der städtischen Jugendarbeit vertreten. Und über die Stadtgrenze hinaus arbeitet der FANport seit der Gründung des Projektes in den überregionalen Zusammenschlüssen der Fanprojektarbeit mit. Beispielsweise nehmen die MitarbeiterInnen an der Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) und an den regelmäßig stattfindenden  Regionaltreffen der NRW-Fanprojekte teil, um sich fortzubilden und kollegial zu beraten. Darüber hinaus beteiligt sich der FANport an den Tagungen und Fortbildungen, die von den Fußballverbänden oder der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) organisiert werden. Konkreteres hierzu findet sich in der Rubrik „Termine“.

Seit 2019 wird das Preußenstadion häufig auch als alternativer Lernort genutzt – „Lernort Preußenstadion“ heißt dieses vom Land NRW geförderte Kooperationsangebot für Schulen, Jugendeinrichtungen und Sportvereine aus dem gesamten Münsterland. Hier können verschiedene Einheiten außerschulischen Unterrichts gebucht werden, um z.B. Vorfälle von Diskriminierung zu bearbeiten – oder grundsätzlicher, um demokratische Einstellungen und Toleranz bei Jugendlichen zu fördern. Auch können Integration und Wertevermittlung durch entsprechende (Sport-) Angebote gefördert und einzelne Jugendliche durch Empowerment gestärkt werden. Seit Juli 2019 arbeitet der Diplom-Sozialarbeiter Jan Becker im FANport mit, um sich ausschließlich diesem Bereich der Sozialen Arbeit und der Bildungsarbeit zu widmen.

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