Lernort Preußenstadion

Unser Projekt

Das Projekt „Lernort Preußenstadion“ ist ein Angebot für Schulen, Jugendeinrichtungen und Sportvereine aus dem gesamten Münsterland, die im Preußenstadion in Münster außerschulischen Unterricht und andere Interventionen nachfragen möchten. 

Wir bieten Workshops und Seminare zu konkreten bildungspolitischen Themen, aber auch die Möglichkeit für Gruppenarbeit und z.B. geschichtskritische Projekte (Stichwort: Erinnerungsarbeit) an. Hierbei können passgenaue Inhalte erarbeitet werden. Gelegentlich sind auch sportpädagogische Einheiten möglich.

Das Ziel ist die Förderung einer demokratischen Einstellung und aktiven Toleranz bei Jugendlichen sowie eine entsprechende Wertevermittlung. Darüber hinaus soll die Integration und das Selbstwertgefühl von Jugendlichen durch Empowerment gestärkt werden. Nachhaltiges Handeln in der Einen Welt bildet einen weiteren Schwerpunkt in der Angebotspalette. Und auch jegliche Themen der Antidiskriminierungsarbeit können präventiv oder nach bestimmten Vorfällen nachgefragt werden, um diese zu bearbeiten.

Die Zielgruppe sind Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren sowie Schulklassen, Projektgruppen, Sportvereine und Gruppen aus Jugendeinrichtungen aus dem gesamten Münsterland. 

Bei der Arbeit im Lernort Preußenstadion wird auf die Kooperation u.a. mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus und für Demokratie im Regierungsbezirk Münster (mobim) und hierüber mit dem Netzwerk „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ zurückgegriffen. Aber auch die Partnerschulen des SC Preußen Münster sind eingeladen, Angebote nachzufragen und den Lernort im Preußenstadion zu nutzen. Weitere Kooperationen beispielsweise mit Einrichtungen der Integration (Kommunale Integrationszentren, NGO’s etc.) und des Sports sowie mit Bildungsträgern sind beabsichtigt.

Zur Qualitätssicherung und zur Förderung des kollegialen Austausches wird im bundesweit tätigen Lernort Stadion e.V., in dem rund 20 vergleichbare Projekte von verschiedenen Fanprojekten organisiert sind, mitgearbeitet. Hier sind kollegiale Fallberatungen, aber auch eine dringend erforderliche Unterstützung während der Aufbauphase des Projektes möglich.

Seit Juli 2019 arbeitet Jan Becker als pädagogischer Mitarbeiter im Lernort Preußenstadion und im Team des FANport Münster, dem sozialpädagogischen Fanprojekt der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe, mit. Seit Februar 2020 unterstützt Clara Kirchhoff den Lernort als studentische Aushilfe.

Gefördert wird das Projekt durch das Land Nordrhein-Westfalen sowie durch die „Aktion Mensch“.

Jan Becker
01512-7253946
Jan.Becker[at]outlaw-ggmbh.de
Lernort.Preussenstadion[at]outlaw-ggmbh.de

Clara Kirchhoff
ClaraRicarda.Kirchhoff[at]outlaw-ggmbh.de

Adresse
Lernort Preußenstadion
FANport Münster
Hammer Str. 301
48153 Münster

Aktuelles

Angebote

Wir bieten Workshops und Seminare zu konkreten bildungspolitischen Themen an, die der Wertevermittlung, Antidiskriminierung sowie einer gelingenden Integration dienen sollen. Es sind aber auch sportpädagogische Einheiten möglich. Zu den Zielen des Projektes gehört die Förderung demokratischer Einstellungen, der aktiven Toleranz sowie der Aufbau einer entsprechenden Haltung bei den teilnehmenden Jugendlichen.

In der Annahme, dass der Fußball aufgrund seines hohen gesellschaftlichen Stellenwerts besonders für Jugendliche und junge Erwachsene eine faszinierende Wirkung besitzt, lassen sich durch den Transfer von Bildung und Fußball vermeintlich komplexere Themen besser vermitteln. Das Andocken an lebensweltliche Interessen führt zu einer erhöhten Motivation und Bereitschaft, an den Workshops und Angeboten mitzuarbeiten.

Die Workshops sind eintägig und können z.B. von 9:00-12:30 Uhr vormittags oder auch nachmittags durchgeführt werden. Mehrtägige Einheiten sind nach Absprache möglich.

Workshops

Sport schafft Verbindung und Gemeinschaft. Woche für Woche kommen im Preußenstadion tausende Menschen unabhängig von Herkunft, sozialem Status und sexueller Orientierung zusammen, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft als Spieler*in oder Zuschauer*in nachzugehen. Das Ganze geschieht nicht immer frei von Konflikten. Neben gesunder Rivalität und Konkurrenz überschreiten einige die rote Linie des sportlichen Miteinanders deutlich. Auch wenn offen rassistische Äußerungen in den Stadien über die Jahre immer weiter abnehmen, taucht dieses Phänomen dennoch immer wieder auf. Der Workshop setzt sich mit der Frage nach dem Umgang mit diskriminierendem Verhalten auseinander und soll die Teilnehmer*innen für den Alltag sensibilisieren und das nötige Rüstzeug mitgeben, um sich gegen entsprechende Positionen einzusetzen.

Soziale Medien sind in der heutigen Zeit allgegenwärtig, können unser Zusammenleben bereichern und sind mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Neben den vielen positiven Aspekten wird man allerdings schnell mit negativen Begleiterscheinungen konfrontiert. Beleidigende und diskriminierende Kommentare unter dem vermeintlichen Deckmantel der Anonymität lassen sich leider unter Bildern und Beiträgen regelmäßig finden und haben oft negative Folgen für die Betroffenen. Auch haben es sich Akteure der extremen Rechten zur Strategie gemacht, den Diskurs im Netz bewusst mit Falschmeldungen zu stören, um Stimmung gegen Minderheiten und vermeintliche Gegner*innen zu machen. In unterschiedlichen Übungen werden Gegenmaßnahmen erarbeitet und angewendet, um das eigene Nutzerverhalten zu reflektieren, Falschmeldungen zu erkennen und den geschulteren Umgang im Netz fördern.

„Nimm es sportlich!“ ist eine gern benutze Floskel, wenn es darum geht, einen Konsens zu finden, andere Meinungen zu respektieren oder eine Niederlage zu bewältigen. Auch in einer Demokratie ist gegenseitige Rücksichtnahme und das gemeinsame Ausloten von Interessen, Wünschen und Bedürfnissen eine zentrale Säule. Hierbei kommt es allerdings regelmäßig zu Unstimmigkeiten und Konflikten unter den Beteiligten. Aber wie genau verlaufen eigentlich politische Prozesse und wie kann ich mich wehren, wenn mir oder Anderen etwas Unrechtes geschieht? Unter anderem diesen beiden Fragen versucht der Workshop auf den Grund zu gehen. Ziel ist es, demokratische Entwicklungen und politisches Miteinander gemeinsam zu erkunden. Wir wollen die oft als sperrig empfunden Grundrechte begreifbar machen, mit den Lebenswelten der Teilnehmer*innen verknüpfen und mit praxisnahen Beispielen untermauern.

Fußball, Sportwette, Kippe und ’nen Bierchen? Was Woche für Woche Tausende von Menschen machen, kann doch nicht problematisch sein, oder? Eine Recherche mit den Begriffen „Sportwetten“ und „Jugendlich“ in jeder gängigen Suchmaschine lässt vielleicht doch andere Rückschlüsse zu. Schnell findet man Berichte über die „gefährliche Einstiegsdroge“ und „erhöhtes Suchtrisiko“. Alles also doch nicht so harmlos, wie es Oliver Kahn in der Werbung vor jedem Fußballspiel suggeriert? Aber es ist doch nicht jede*r, der*die ab und zu mal eine Wette abschließt oder ein Bier trinkt, süchtig? Gar nicht so leicht da noch durchzusteigen. In einem sind sich die meisten wohl einig – Konsum und Sucht sind fester Bestandteil der lebensweltlichen Realität von Jugendlichen und jungen Erwachsen. Die Ausprägungen sind so vielfältig wie unterschiedlich. Was für die eine das Smartphone ist, ist für den anderen der Spielautomat. Aber wo und wie beginnt problematisches Konsumverhalten und welche Strategien gibt es, um sich selbst zu schützen? Mit der Perspektive der Selbstachtsamkeit möchte der Workshop sich wertfrei und ohne zu Moralisieren dem Thema Sucht annähern und mit den Teilnehmer*innen in den Austausch kommen.

Das „Zuhause“ der Preußenfans ist das Stadion an der Hammer Straße. Regelmäßig trifft sich hier ein bunter Mix an Menschen, die den Verein lieben und leben. Über die Vorstellungen, wie die Fanszene miteinander umgeht, herrschen unterschiedliche Positionen, welche regelmäßig gemeinsam ausgehandelt werden müssen und sich stetig im Wandel befinden. Was sich im Stadion abspielt, lässt sich aber auch eine Stufe größer denken. Wie wollen wir in der Stadt Münster und in diesem Land leben? Wer bringt welche Vorstellungen mit und welche Werte sind für einen respektvollen Umgang und Dialog auf Augenhöhe wichtig? In einem gemeinsamen Prozess erarbeiten die Teilnehmer*innen ihre Vorstellungen und Ideen zu den Themen Teilhabe und Integration.

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