AKTIV 2022

Unser Sommerferien-Programm

Auch in diesem Jahr bieten wir euch in den Sommerferien ein abwechslungsreiches Programm für Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren an. Wir möchten aktiv werden und haben uns einige kreative Angebote für euch überlegt:

Am Montag, den 11. Juli fahren wir gemeinsam ins Fort Fun, wo es neben diversen Achterbahnen auch eine tolle Sommerrodelbahn für uns gibt. Dienstag geht es in den Kletterwald, wo ihr auf bis zu 12 Metern Höhe, eigenständig die Routen absolvieren könnt. Mittwoch müsst ihr dann euer Können beim Fußball-Golf unter Beweis stellen. Donnerstag wollen wir mit euch auf der Werse Kanufahren gehen, ehe wir die Woche am Freitag mit einem spannenden Agenten-Thriller als Outdoor Adventure in Münster abschließen!

Der Teilnahmebeitrag beträgt 5 Euro pro Tag als Einzelticket, ihr könnt euch aber auch für die ganze Woche anmelden – eine Dauerkarte kostet 20 Euro. In der Teilnahmegebühr sind der Eintritt sowie Erfrischungsgetränke enthalten. Lediglich die An- und Abreise zum FANport und die Verpflegung unterwegs muss selbst getragen werden.

Hier die genauen Zeiten der einzelnen Angebote:
Montag: Fort Fun – 09:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag: Kletterwald – 09:00 bis 14:30 Uhr
Mittwoch: Fußballgolf – 09:00 bis 14:30 Uhr
Donnerstag: Kanutour – 09:30 bis 14:00 Uhr
Freitag: Outdoor Adventure Münster – 10:00 bis 13:30 Uhr

Wir starten und beenden die Tage immer am FANport (Hammer Straße 302, 48153 Münster). Das Ende der Veranstaltungen kann sich leicht verschieben. Plant hier bitte etwas Toleranz ein.

Wenn ihr Lust habt und dabei sein wollt, müsst ihr euch anmelden! Dafür schreibt bitte eine Mail an: FANport[at]outlaw-ggmbh[dot]de. Ihr bekommt dann eine Anmeldebestätigung und und Einverständniserklärung von uns zugeschickt. Bei Fragen meldet euch bei Jan (01512-7253946) oder Dave (0160-98934350).

Die Anzahl der Teilnehmer:innen ist begrenzt, beeilt euch also mit der Anmeldung! Bei zu vielen Bewerbungen wird es eine Warteliste geben.

Wir freuen uns auf euch! 🙂

U14-Streetsoccer-Turnier

Update: Leider mussten wir das Turnier absagen, da es nicht genug Anmeldungen gab. Wir hoffen, das Turnier im Herbst – ansonsten nächstes Jahr im Mai – nachholen zu können.

Am Freitag, den 10. Juni 2022 veranstalten wir endlich wieder unser Streetsoccer-Turnier unter dem Motto „Kick Racism Out!“ im Preußenstadion. Unsere Kolleginnen und Kollegen von den Fanprojekten Dortmund und Bochum bauen uns wieder die beiden Streetsoccer-Courts der NRW-Fanprojekte im Eingangsbereich des Preußen­stadions auf.

An alle Münsteraner Nachwuchskicker von 12 bis 14 Jahren (Jahrgänge 2008-2010): Ihr seid aufgerufen, in euren Schulen, Stadtteilzentren oder Fußballvereinen Teams zu bilden, mit denen ihr an diesem Turnier auf Asphalt und mit schneller Musik teilnehmen könnt. Wenn sich genug Leute anmelden, wird es parallel ein Mädchen- und ein Jungenturnier geben.

In den Spielpausen könnt ihr eure Schussstärke an einer Ballgeschwindigkeits-Mess-Anlage testen.Unser Turnier ist interkulturell!Voraussetzung für eure Teilnahme als Team ist, dass ihr und eure Mitspielerinnen und Mitspieler möglichst aus drei verschiedenen Kulturen (oder mehr!) kommt. Sind eure Familien z.B. aus Westfalen, Kurdistan und Ukraine? Herzlich Willkommen! Ihr könnt euch als Team bei uns anmelden. Andere Kombinationen gehen selbstverständlich auch – Hauptsache, schön bunt!

Also, Mädchen und Jungs: Bildet Teams und meldet euch spätestens bis zum 9. Juni 2022 per Mail an: fanport@outlaw-ggmbh.de – Fragen klärt Edo Schmidt unter 0151-61338940.

Anstoß ist um 14:30 Uhr – ab 14:00 Uhr können eure Teams bei uns einchecken! Gegen 18 Uhr erfolgt die Ehrung der fairsten und erfolgreichsten Teams.

Alles klar? Dann sprecht eure Freundinnen und Freunde an! Holt euch Hilfe von euren Eltern, Lehrer:innen, Trainer:innen, Schulsozialarbeiter:innen usw. Und dann ran ans Üben! Es gibt einige Preise zu gewinnen.

Infos und Anmeldung:

Frohe Ostern!

Wir wünschen euch und euren Familien Frohe Feiertage und ein schönes Osterfest!

Euer FANport-Team

Graffiti als Ausdrucksform – Einsteiger:innen-Workshop

Graffiti als Ausdrucksform – Einsteiger:innen-Workshop

Im Rahmen der Münsteraner Wochen gegen Rassismus richtet sich unser zweites Angebot an Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahren. Unsere Fanport und Lernort Preußenstadion Mitarbeiter David und Jan wollen zusammen mit einem erfahrenen Graffiti-Künstler in ihrem Workshop die Teilnehmenden befähigen, sich auf subversive Art auszudrücken und für ihre Positionen und Haltungen einzustehen. Nach einer Einführungsphase bei der die Grundlagen des Graffiti kennengelernt werden, wird abschließend ein gemeinschaftliches Bild gegen Diskriminierung direkt am Stadion gesprayt.

Die Plätze sind leider begrenzt, Interessierte können sich per Mail an fanport@outlaw-ggmbh.de anmelden. Der Workshop findet am 27. März 2022 ab 10:00 Uhr am FANport (Hammer Straße 302, 48153 Münster) am Preußenstadion statt und endet gegen frühen Nachmittag – für Verpflegung wird gesorgt.

Die Teilnahme ist kostenlos!

„Rassismuskritisch denken lernen.“

Digitaler Workshop von Stadtsportbund (SSB), SC Preußen Münster und FANport Münster

Wie jedes Jahr beteiligen wir uns auch 2022 wieder an den Münsteraner Wochen gegen Rassismus. Gemeinsam mit dem Stadtsportbund Münster (SSB) und dem SC Preußen Münster laden wir zu einem digitalen Workshop ein. Außerdem bieten wir einen Graffitiworkshop „gegen Diskriminierung“ an.

Rassismuskritisch denken lernen – Rassistische Strukturen (für alle) begreifbar machen

Rassismus und andere Formen von Diskriminierung sorgen im Sport immer wieder für Schlagzeilen. Sie zeigen, wie tief struktureller Rassismus auch in unserer Gesellschaft verankert ist. Um dem entgegenzuwirken reicht es nicht, sich reflexhaft über Rassismus zu empören. Vielmehr müssen wir uns alle kritisch damit auseinandersetzen und die strukturellen Probleme unserer Gesellschaft verändern.

Um Interessierte dafür zu stärken, bieten wir gemeinsam mit dem SSB Münster und dem SCP am Mittwoch, 16. März 2022, einen digitalen Workshop an. Unter dem Titel „Rassismuskritisch denken lernen. Rassistische Strukturen (für alle) begreifbar machen“ lernen die Teilnehmenden entsprechende Strukturen aufzudecken und sichtbar zu machen. So soll das Bewusstsein bei Ehrenamtlichen aus Freiwilligengruppen und Sportvereinen gestärkt und Vorurteile abgebaut werden.

Der kostenfreie Workshop unter der Leitung von Mohamed Kouras und Kathrin Löbb findet von 18 bis 21 Uhr online statt. Interessierte können sich per Mail an j.wagner@ssb.ms dafür anmelden.

 

Graffiti als Ausdrucksform – Einsteiger:innen-Workshop

Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahren. David und Jan wollen mit ihrem Workshop die Teilnehmenden befähigen, sich auf subversive Art auszudrücken und für ihre Positionen einzustehen. Schließlich soll gemeinsam ein größeres Bild gegen Diskriminierung gemalt werden. Interessierte können sich per Mail an fanport@outlaw-ggmbh.de anmelden. Der Workshop findet am 27. März 2022 ab 10 Uhr im und am FANport am Preußenstadion statt und ist ganztägig – für Verpflegung wird gesorgt.

 

 

FANport-Newsletter #44

Am Tag nach der Präsentation der Machbarkeitsstudie über das Preußenstadion erscheint unser aktueller Newsletter – und lässt ein bisschen das letzte halbe Jahr Revue passieren. Lest gerne rein!

Sommerpause 2021

Unser Sommerferien-Programm 2021

Neben unserem Fancamp am Lippesee, das wir jedes Jahr zusammen mit den NRW-Fanprojekten durchführen, möchten wir euch gerne auch in diesem Sommer ein Ferienprogramm anbieten. Wenn ihr Preußenfans und zwischen 12 und 17 Jahre alt seid, konnt ihr an diesen Freizeitaktivitäten teilnehmen:

Am Montag, den 02. August fahren wir gemeinsam zum Movie Park nach Bottrop. Dienstag geht es in den Kletterwald und am Mittwoch zu Ninfly. Donnerstag wollen wir bei gutem Wetter mit euch Kanufahren, bei Regen lassen wir uns eine Alternative einfallen. Freitag brechen wir aus dem Escape-Room in Münster aus und beenden die Woche, indem wir danach noch am Stadion den Grill anwerfen.

Unser Angebot

Der Teilnahmebeitrag beträgt 5 Euro pro Tag als Einzelticket, ihr könnt euch aber auch für die ganze Woche anmelden – eine Dauerkarte kostet 20 Euro. In der Teilnahmegebühr sind der Eintritt sowie Erfrischungsgetränke enthalten. Lediglich die An- und Abreise zum FANport und die Verpflegung unterwegs muss selbst bestritten werden.

Hier die genauen Zeiten der einzelnen Angebote:
Montag: Movie Park Bottrop – 09:00 bis 18:00 Uhr
Dienstag: Kletterwald – 09:00 bis 14:30 Uhr
Mittwoch: Ninfly – 13:30 bis 16:00 Uhr
Donnerstag: Kanutour – 10:00 bis 14:00 Uhr
Freitag: Escape Room Münster – ca. 13:00 bis 17:00 Uhr (genaue Uhrzeit wird noch bekanntgegeben)

Das Ende der Veranstaltungen kann sich leicht verschieben. Plant hier bitte etwas Toleranz ein.

Wenn ihr Lust habt und dabei sein wollt, müsst ihr euch anmelden! Fragen klären Dave (0160-98934350) und Jan (01512-7253946), ansonsten druckt die Anmeldung inkl. Einverständniserklärung (s. unten!) von unserer Homepage aus und schickt sie an FANport[at]outlaw-ggmbh[dot]de.

Aufgrund der aktuellen Corona–Situation ist die Anzahl der Teilnehmer:innen begrenzt. Beeilt euch also mit der Anmeldung! Bei zu vielen Bewerbungen wird es eine Warteliste geben.

Wir freuen uns auf euch! 🙂

„Zugänge“-Veranstaltung als Video

Das Preußen Schaufenster hat unsere Podiumsveranstaltung „Zugänge. Jüdischer Sport in Deutschland und im Münster der 1930er Jahre“ gefilmt und nun hier veröffentlicht:
https://m.youtube.com/watch?v=i9jBZPFzIyQ

Danke, lieber Klaus, für die filmische Bearbeitung! 🙏🏽

Und nochmal vielen Dank ans Friedensbüro der Stadt Münster für die Zusammenarbeit und diesen tollen Bericht:
https://www.frieden-durch-dialog.de/podiumsdiskussion-des-fanports-muenster-juedischer-sport-in-deutschland-und-im-muenster-der-1930er-jahre

Und schließlich allen ein dickes Dankeschön, die an der Veranstaltung mitgewirkt haben, allen voran Frau Gisela Möllenhoff und Herrn Professor Lorenz Peiffer! 🙏🏽

 

„Zugänge“ – dokumentiert vom Friedensbüro Münster

Podiumsdiskussion des FANport Münster: „Jüdischer Sport in Deutschland und im Münster der 1930er Jahre‟ 

Gestern lud das sozial­pädagogische Fan­projekt der Outlaw Kinder- und Jugend­hilfe „FANport Münster‟ zu einer spannenden und eindrück­lichen Podiums­ver­an­stal­tung mit Kurz­vorträgen und anschlie­ßender Dis­kussion in den Gemeinde­saal der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser ein.
Bericht aus dem Blog des Friedensbüros Münster

Die Veranstaltung fand im Zuge der Aus­stellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung‟ statt, die wir zurzeit in Koope­ration mit dem FANport, der Kirchen­gemeinde Liebfrauen-Überwasser und weiteren Partner*innen auf dem Über­wasser­kirch­platz zeigen. Weitere Infor­mationen zur Aus­stellung und zum Netz­werk findet Ihr hier.

Mit der Podiums­veranstaltung „Jüdischer Sport in Deutschland und im Münster der 1930er Jahre‟ richtete der FANport Münster den Blick auf unsere Stadt und stellte die Frage, unter welchen Um­ständen es jüdischen Münste­raner­*innen nach 1933 mög­lich war, sportlich aktiv zu ein.

Lorenz Peiffer: „Jüdischer Sport in Deutschland – Veränderungen nach 1933‟

Nach einer Begrüßung durch Edo Schmidt, den Leiter des FANports Münster, der die Veran­staltung mode­rierte, eröffnete Professor Lorenz Peiffer, Sport­historiker und Kurator der Aus­stellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung‟, den Abend mit seinem Vortrag „Jüdischer Sport in Deutschland – Veränderungen nach 1933‟. Professor Pfeifer erläu­terte den inte­ressierten Zuhörer­*innen, dass jüdische Sportler­*innen vor 1933 in den ganz normalen deutschen Sport­vereinen organisiert waren. Hier trainierten sie, nahmen an Wett­kämpfen, Meister­schaften und dem Vereins­leben teil. Nach der Macht­übergabe an die National­sozialisten änderte sich dies schlag­artig. Der Aus­schluss der Juden aus der Gesell­schaft war das Ziel der national­sozialis­tischen Politik und auch nicht­staatliche und partei­un­gebun­dene Akteure, wie die Turn- und Sport­vereine, stellten sich hierfür bereit­willig zur Ver­fü­gung. Von der Ent­demo­krati­sierung der Vereine und ihrer Ver­bände, über die Auf­gabe der partei­poli­tischen Neu­tralität, hin zur Ein­führung des Arier­para­graphen wurden die jüdischen Mit­glieder syste­matisch aus­ge­schlossen. Den Sportler­*innen blieben nur noch zwei Mög­lich­keiten: Ent­weder gaben sie ihren Sport auf oder sie organi­sierten sich selbst neu.

Dass die National­sozialisten die jüdische Selbst­organisation zu­ließen, hatte im Wesent­lichen mit den Olympischen Spielen zu tun, die 1936 in Berlin statt­finden sollten. Vor allem in den USA gab es Bemühungen, die Spiele zu boy­kottieren. Jüdischen Athlet­innen und Athleten wurde die Teil­nahme an den Spielen teil­weise erlaubt, aber sie waren bereits lange Zeit zuvor von den Trainings­stätten und Wett­kämpfen aus­geschlossen worden und die Bedingungen, unter denen sie sich auf die Olym­pischen Spiele vor­berei­ten mussten, waren dem­ent­sprechend un­zu­reichend und un­an­gemessen.

Auch in der Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung‟ werden die un­zu­mutbaren Bedingungen, die für die jüdischen Athleth­innen und Athleten bei der Olympiade 1936 herrschten, thematisiert: Der Fechterin Helene Mayer entzog man 1933 das Sti­pendium und sie wurde sang- und klan­glos aus der Mitglieder­liste ihres Offenbacher Fechtclub gestrichen. Der Welt­klasse-Hoch­springerin Gretel Bergmann wurden 1933 die Medaillen ab­erkannt und sie wurde aus ihrem Verein aus­geschlossen. Der Aus­schluss bedeutete: keine Sport­stätten, keine Trainer, Betreuer oder Wettkampf­strukturen. Wo und wie sollten die Athlet­innen und Athleten also trainieren? Gretel Bergmann und ihre Freunde gruben auf eigene Faust einen Acker um und nutzten ihn als Trainings­stätte, damit sie sich weiter auf den Wett­kampf vorbereiten konnte. Selbst unter diesen Trainings­bedingungen gelang es ihr vier Wochen vor den Olympischen Spielen, den deutschen Rekord über 1,60 Meter ein­zu­stellen. Die Teil­nahme an der Olympiade wurde Gretel Bergmann dennoch mit faden­scheinigen Begründungen ver­weigert. Der Um­gang mit den jüdischen Spitzen­sportler­*innen kann laut Professor Peiffer in drei Worten zusammen­gefasst werden: Verehrt – Verfolgt – Vergessen.

Gisela Möllenhoff: „Sport im Abseits in Münster während der NS-Zeit‟

Ob und unter welchen Bedingungen es jüdischen Münsteraner­*innen nach 1933 noch mög­lich war, Sport zu treiben, erläuterte Gisela Möllen­hoff in ihrem an­schlie­ßenden Vortrag zum Thema „Sport im Abseits in Münster während der NS-Zeit‟. Die Historikerin Gisela Möllenhoff hat inten­siv zu jüdischem Leben in Münster und Wes­tfalen ge­forscht und gemein­sam mit Rita Schlautmann-Overmeyer das drei­bändige Werk „Jüdische Familien in Münster‟ ver­öffent­licht.

Der Sport spielt in den Erinnerungen der jüdischen Münsteraner­*innen eine wichtige Rolle: Richard Frankenstein war zunächst Mit­glied beim SC Preußen Münster 06 und später, nach 1933, im Schild Münster aktiv. In seinem Ge­spräch mit Gisela Möllenhoff erinnerte er sich an ein Fuß­ball­spiel gegen Dülmen-Coesfeld, in dem er im Tor gestanden hatte. Noch 50 Jahre später ärgerte sich Richard Franken­stein über die 7 Gegen­treffer, die er in diesem Spiel als Torwart kassierte. Auch für die Münsteranerin Gerda Grabe war der Sport ein ent­scheidender Lebens­inhalt. Gerda Grabe war Tennis­spielerin und Mit­glied der Tennis­abteilung des SC Münster 08. Hier im Verein hatte sie einen Freund. Ihr Onkel er­kannte die Gefahr für Gerda früh und 1935 emigrierte sie auf seinen Wunsch hin nach Palästina.

Nach dem Aus­schluss aus den Tennis­vereinen organisierten sich die jüdischen Münsteraner­*innen unter Dagobert Broh selbst. Auf der Mai­kotten­heide, außer­halb der Stadt, spielten die Jüdinnen und Juden nach dem Aus­schluss Tennis. An den Wochen­enden mussten die Tennis­plätze hier mit Tuch um­zogen werden, damit die „arischen‟ Münsteraner­*innen die Tennis­spieler*innen auf ihrem Weg zur Gast­wirtschaft Mai­kotten nicht sehen konnten. Die trainierten, sportlich aktiven Jüdinnen und Juden passten nicht zu den anti­semitsichen Stereo­typen und menschen­verachtenden Zerr­bildern der National­sozialisten.

Für ihre Recherchen zu jüdischem Leben in Münster reisten Gisela Möllenhoff und Rita Schlautmann-Overmeyer durch die ganze Welt, waren unter anderem in den USA, Österreich, England und Israel. Hier haben sie jüdische Münsteraner­*innen zu ihren Lebens­geschichten und Erfahrungen inter­viewt, „damit wir für die Zukunft lernen‟. „Aber‟, schließt Gisela Möllen­hoff ihre ein­drück­lichen Aus­führungen ab, „wir lernen nie aus.‟

FANport Münster und Lernort Preußenstadion: Das Projekt „Spurensuche‟

Jan Becker vom Ler­nort Preußen­stadion präsen­tierte im An­schluss an die beiden Vor­träge das außer­schulische Bildungs­angebot „Spuren­suche‟. Der FANport Münster und der Lern­ort Preußen­stadion sind aktiv im Bereich der Gewalt- und Extremismus­prävention und eine An­lauf­stelle für junge Fußball­fans. Aus der aktiven Fan­szene erreichte den FANport die Frage, „Wie hat sich Preußen Münster in der NS-Zeit verhalten?‟. Die Corona-Pandemie bremste die eigent­liche soziale Arbeit des FAN­ports in den letzten Monaten aus und so nutzen Edo Schmidt, Jan Becker und das Team die Gelegen­heit, sich intensiver mit der Ge­schichte zu be­fassen.

Im Rahmen ihrer Re­cherchen stießen sie auf die Bücher von Gisela Möllen­hoff. „Zeile für Zeile‟ schilderte Jan Becker, arbei­teten sie die Bände durch, notier­ten alle Infor­ma­tionen zum Thema „Fußball‟, „Sport‟, „Verein‟ etc. Schnell weitete sich das Thema über den SC Preußen hi­naus und so wurde es schließ­lich ein Projekt zum Sport in Münster in der Zeit des National­sozialismus. Das Team konzi­pierte vier ver­schie­dene Routen, die sich dem Thema aus unter­schied­lichen Richtungen nähern: „Sport im National­sozialismus‟, „Der jüdische Sport­verein ‚Schild’‟, „Ernst Rappoport‟ und „DJK – zwei ent­gegen­ge­setze Wege‟. Die „Spuren­suche‟ führt die jungen Teil­nehmer­*innen jeweils zu ver­schie­denen Orten in der Stadt Münster. Das Projekt wurde gemein­sam mit Jugend­lichen er­probt und steht nun für Sport­vereine, Schul­klassen und Jugend­gruppen zur Ver­fü­gung.

„Mit unserem Projekt ‚Spuren­suche‘ versuchen wir, die Ein­schränkungen für jüdisches Leben in Münster zur Zeit des National­sozialismus erfahr­bar zu machen‟, erklärte Edo Schmidt.  „Wie krass die Ent­rechtung und Ver­folgung jüdischer Bürger­*innen war, wird besonders in Alltags­situationen deut­lich, die sich heute kaum noch ein Mensch vor­stellen kann. Gerade junge Menschen müssen hierüber auf­ge­klärt werden, was durch unser Projekt ‚Spuren­suche‘ als An­gebot für Schulen und Jugend­einrichtungen er­mög­licht wird.‟

Weitere Infos zum Projekt „Spuren­suche“ findet Ihr auf der Homepage des FANport Münster.

Quelle: https://www.frieden-durch-dialog.de/podiumsdiskussion-des-fanports-muenster-juedischer-sport-in-deutschland-und-im-muenster-der-1930er-jahre

Vortrag über Fußball in Propaganda, Krieg und Revolution

Schon lange ist Fußball mehr als nur ein Spiel – nämlich eine große Industrie und auch immer wieder Mittel zum Zweck. Gerade die großen Turniere und Sportevents dienten schon häufig der Selbstdarstellung mächtiger Potentaten. Zu Beginn dieser Fußball-Europameisterschaft blickt der Journalist Ronny Blaschke in einem Vortrag kritisch auf den Sport sowie auf Geschichte, Kultur und Religion. Er zeigt dabei einen Fußball zwischen Propaganda und Protest: Diktatoren im Nahen Osten bringen Spieler brutal auf Linie und nutzen Stadien als Militärbasen. Vereinsinvestoren aus China, Russland und den Golfstaaten sichern ihren Regierungen wirtschaftlichen Einfluss in Europa. Öldynastien kaufen eine ganze Weltmeisterschaft und verlegen sie kurzerhand in die Wüste – mitten im Winter. Ob einst in Jugoslawien, später in der Ukraine und in der arabischen Welt: Ultras kämpfen in Revolutionen an vorderster Front – und ziehen sogar mit in den Krieg.

Zu diesem spannenden Vortrag lädt am Mittwoch, den 16. Juni 2021 das sozialpädagogische Fanprojekt der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe „FANport Münster“ gemeinsam mit seinem „Lernort Preußenstadion“ ein. Die Veranstaltung findet ab 19:00 Uhr im Außenbereich des FANport am Preußenstadion (Hammer Str. 302) statt. Im Anschluss wird die Partie Italien-Schweiz open air gezeigt. Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung per Email unter lernort.preussenstadion@outlaw-ggmbh.de wird gebeten.