02.05.18

120 MINUTEN: Spielwiese Menschenrechte


Vertreibung, Diskriminierung, unmenschliche Arbeitsbedingungen: Sportereignisse wie die WM in Russland gehen mit der Aushöhlung von Menschenrechten einher – und die Gleichgültigkeit der Profis lässt autoritäre Regime alltäglich erscheinen. Wie kann man ein Bewusstsein dafür schaffen, dass unser Stadionvergnügen mit der Ausbeutung asiatischer Trikotnäherinnen zu tun hat? Wie könnte ein Megaevent aussehen, das niemandem schadet? Die Einführung in eine zwölfteilige Themenreihe.

Von Ronny Blaschke

 

Der König von Siam, dem heutigen Thailand, schenkte seinen Feinden gern weiße Elefanten. Diese Tiere waren selten und galten als heilig. Ihre Pflege kostete viel, doch sie durften nicht zur Arbeit eingesetzt werden, erbrachten also keinen Profit. Wer einen weißen Elefanten besaß, starb oft in bitterer Armut.

Man begegnet weißen Elefanten heute auf andere Art. Als Sinnbild für wuchtige Sportstätten, die niemand mehr braucht. Im südafrikanischen Durban, wo ein teures Stadion für die WM 2010 neben eine Rugbyarena gesetzt wurde, die man auch hätte umrüsten können. Oder in Manaus: Für vier Vorrundenspiele der WM 2014 wurde eine Spielstätte mit 44.000 Plätzen in den Amazonas gerammt. Ob das Stadion je wieder ausverkauft sein wird?

Sportereignisse und Menschenrechte. Man denkt an geldgierige Autokraten, an Zwangsarbeiter auf Baustellen, an brutale Polizisten gegen Demonstranten. Doch auch in Demokratien können Megaevents eine Aushöhlung der Menschenrechte in Gang setzen. Wenn sie für eine Turnierlänge Millionen Menschen aus aller Welt zueinander führen. Aber ihre Kosten danach dem Gemeinwohl zur Last liegen, über Jahre, manchmal Jahrzehnte. Steuergeld fließt in Schuldentilgung und Instandhaltung, weniger in Gesundheitsvorsorge und Bildung, weniger in Sicherheit und Infrastruktur.

In Gesellschaften driften soziale Gruppen weiter auseinander, nicht nur in Südafrika und Brasilien. Doch auch jenseits der Gastgeberländer hängt in der Milliardenindustrie Spitzensport alles mit allem zusammen. Unser wohltemperierter Stadionbesuch in Westeuropa ist auch mit der Ausbeutung asiatischer Trikotnäherinnen verknüpft. Unser TV-Vergnügen während WM und Olympia ist Teil einer Maschinerie. Mit Spektakel, Superzeitlupen, Gemeinschaftsgefühl. Aber eben auch mit Umweltsünden und der Einschränkung der Versammlungsfreiheit, mit Vertreibung von Einheimischen und der Missachtung der Arbeitsrechte. (...)

Zum vollständigen Artikel: 120minuten.net/spielwiese-menschenrechte/


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