FANport-Newsletter #56 erschienen

Hier findest du unseren aktuellen Newsletter. Falls du ihn zugeschickt bekommen möchtest, kannst du einfach eine Mail an edo.schmidt@outlaw-ggmbh.de schicken. Er erscheint rund alle drei Monate.

Fußballkulturtage NRW gestartet – Veranstaltungen auch in Münster

Zum zehnten Mal laden die sozialpädagogischen Fanprojekte in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit der Fachstelle der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) herzlich zu den landesweiten Fußballkulturtagen NRW ein. Die Veranstaltungsreihe hat sich zu einem festen Bestandteil der Fußball- und Kulturlandschaft entwickelt und zeigt eindrucksvoll: Fußball ist weit mehr als 90 Minuten auf dem Platz.

Die Fußballkulturtage NRW eröffnen Räume für Begegnung, Austausch und Bildung. Im Mittelpunkt stehen Themen, die im medialen Alltag des Fußballs häufig unterrepräsentiert bleiben – und die dennoch für Fans, Interessierte und die gesamte Gesellschaft von Bedeutung sind.

Das Programm ist so vielseitig wie der Fußball selbst. Allein in Münster finden zwei interessante Veranstaltungen, organisiert vom Fanprojekt „FANport“ Münster der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe, statt.

Am Donnerstag, dem 9. Oktober 2025, läuft um 20:00 Uhr der Film „A guardia di una fede“ über die Ultrakultur in Italien und insbesondere in Bergamo. Im Szenecafé „SpecOps network“ im Aegidiimarkt 5 wird der Beamer aufgebaut und die rund 100minütige Dokumentation über das Leben von Claudio „Bocia“ Galimberti gezeigt, der heute Steuermann auf einem Fischerboot in der Adria ist.

„Bocia“ war sein ganzes Leben lang Mitglied der Ultras aus Bergamo, Teil des harten Kerns – eine der angesehensten und gefürchtetsten Gruppen in Italien. Seine absolute Hingabe für die Stadt und den Verein machten ihn seit 2000 zum unangefochtenen Anführer der Curva Nord von Atalanta Bergamo. Die Doku liefert einen tiefen Einblick in vergangene Tage der Fußballfankultur in Italien.

Eine Woche später, am Donnerstag, dem 16. Oktober 2025, ist der Journalist und Kenner der Fußballfankultur Felix Tamsut eingeladen, um über die Fußballfankultur in Israel zu berichten. Anhand von zahlreichen Bildern wird er dortige Besonderheiten aufzeigen, aber auch über Freundschaften nach Europa sprechen. Und schließlich wird die aktuelle Situation zwischen Terror und Krieg ebenfalls thematisch aufgegriffen. Der Vortrag findet um 19:00 Uhr im Szenelokal „neben*an“ in der Warendorfer Straße 45 statt.

Darüber hinaus erwarten die Besucher:innen Film- und Kinovorführungen, Lesungen, Diskussionen, Stadtrundgänge, Theater, Workshops und viele weitere Formate. Eingeladen sind nicht nur eingefleischte Fußballfans, sondern auch alle, die neugierig auf neue Perspektiven sind – ob mit oder ohne Stadionerfahrung.

Der Eintritt zu diesen beiden Veranstaltungen in Münster ist frei. Weitere Infos auch zu anderen Veranstaltungen folgen auf dem Flyer unten.

Jasper Münsterkötter heuert im FANport an

Interview mit unserem neuen Kollegen Jasper Münsterkötter über seinen neuen Job bei uns im Fanprojekt, seine Haltung zur Fankultur und über seine frühen Erfahrungen als Preußenfan.

Edo: Moin Jasper, herzlich willkommen im Fanprojekt „FANport“ Münster! Stelle dich doch bitte kurz vor: Wo lebst du, wie alt bist du und was hast du studiert?
Jasper: Hey, ich bin 26 Jahre alt, wohne in Münster und habe gerade mein Studium der Sozialen Arbeit an der FH Münster abgeschlossen und freue mich jetzt darauf, beim FANport mitwirken zu können und mehr Einblicke in die Fanarbeit zu bekommen.

Wann hast du das erste Mal von der Fanprojektarbeit erfahren?
Das erste Mal so richtig bewusst habe ich von der Fanprojektarbeit vor etwa eineinhalb Jahren gehört. Damals hattet ihr Jonas Gabler zu einem Vortrag über Ultras, Fußballfans und Fankulturen eingeladen. Da mich Fankultur schon seit meiner Kindheit begeistert, habe ich mir den Vortrag nicht entgehen lassen.

Welcher Tätigkeitsbereich interessiert dich besonders?
Unter anderem interessiert mich die Durchführung von U18-Angeboten, da ich durch meine Vorerfahrung als Erzieher einen starken Bezug zur pädagogischen Arbeit mit Jugendlichen habe. Spannend finde ich außerdem die Spieltagsbegleitung und den direkten Kontakt mit den Fans. Generell bin ich aber einfach gespannt darauf, die unterschiedlichen Bereiche der Fansozialarbeit kennenzulernen.

Wann warst du das erste Mal im Preußenstadion? Und mit wem?
Das dürfte vor etwa 15 Jahren mit meinem Vater gewesen sein. Er hat mich damals öfter mitgenommen und wir standen dann meistens gemeinsam in Block M. Seitdem bin ich Preußenfan. Besonders hängen geblieben ist mir ein Spiel damals gegen Hansa Rostock, bei dem die Fanszene viel Pyro abgebrannt hat. So nah dran zu sein, hat meine Faszination für Fankultur noch einmal deutlich verstärkt.

An welches kuriose oder besonders jovele Preußenspiel erinnerst du dich?
Ein ganz besonderer Tag war für mich 2023, als wir gegen die zweite Mannschaft von Düsseldorf den Aufstieg in die 3. Liga klargemacht haben. Der Fanmarsch vor dem Spiel und die Emotionen danach auf dem Rasen sind für mich unvergesslich. Ebenfalls ganz besonders war für mich das letzte Spiel in der alten Fiffi-Gerritzen-Kurve gegen Hertha in der vergangenen Saison. Die Emotionen durch den so wichtigen Sieg und gleichzeitig der Abschied aus der alten Kurve haben dieses Spiel zu einem meiner ganz persönlichen Preußenhighlights gemacht.

Bei welchem Spiel bist du das erste Mal für den FANport unterwegs?
Dieses Wochenende gegen Kaiserslautern darf ich zum ersten mal in meiner neuen Rolle auswärts mit dabei sein. Darauf freue ich mich sehr!

Dann mal Alles Gute für deinen Berufseinstieg bei uns!

FANHILFE MÜNSTER – Sicherheitsrisiko Freundschaftsbesuch? Absurde Einstufung der Polizei Bochum bedarf der Aufklärung

Für viele Preußenfans ist das Spiel beim VfL Bochum kein Spiel wie jedes andere, sondern ein Besuch bei guten Freunden. Fans beider Vereine verbindet eine langjährige Freundschaft. Doch diese Vorfreude wurde einigen Preußenfans genommen. Die Polizei wollte ihnen verbieten, am Spieltag nach Bochum zu reisen. Denn das Spiel sei ein „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ und ihr Besuch in Bochum eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit.

Die Polizei Bochum verschickte dazu Anhörungsschreiben an acht Preußenfans und teilte ihnen mit, dass Bereichsbetretungsverbote gegen sie verhängt werden sollen. Als Fanhilfe vermittelten wir den Betroffenen anwaltliche Hilfe. Auch der SC Preußen Münster und der VfL Bochum zeigten sich verwundert über die Maßnahmen und wirkten auf die Polizeibehörden ein.

Die Einstufung ist absurd und entbehrt jeglicher Grundlage: Die Freundschaft zwischen Fans beider Vereine reicht Jahrzehnte zurück. Bei nahezu jedem Spiel besuchen sich Fans beider Vereine, gut sichtbar durch Schals und Fahnen in blau-weiß oder schwarz-weiß-grün. Zeitungen berichteten bereits mehrfach über die Kontakte. Wer auf die Fankurven schaut, kann die Freundschaft nicht übersehen. Die Spiele gegeneinander verliefen stets friedlich und freundschaftlich.

Trotzdem wäre es wohl bei der Einstufung als „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ geblieben, wenn sich die beiden Vereine nicht eingeschaltet hätten. Dann wären Betretungsverbote verhängt und den Preußenfans der Besuch bei Freunden verboten worden. Letztlich teilte die Polizei Bochum den Betroffenen kryptisch mit, es sei zu einer „Neubewertung der Sicherheitsrisikostufe“ gekommen, deshalb sehe sie von den Betretungsverboten ab.

„Trotz riesigen Personalaufwands und umfangreicher Überwachung der Fanszenen übersieht die Polizei eine Fanfreundschaft, die ansonsten jedem bekannt ist – und möchte Preußenfans deswegen einen Besuch bei Freunden verbieten“ kritisiert ein Sprecher der Fanhilfe Münster. „Die Vorgänge veranschaulichen zwei Probleme: Zum einen erscheinen die Sicherheitseinstufungen der Polizei oft realitätsfern bis willkürlich. Dabei wirken sie sich erheblich aus, verursachen etwa Personalaufwand bei der Polizei und Repressionen gegen Fans. Zum anderen reicht der Polizei schon ein Ermittlungsverfahren und die Sicherheitseinstufung aus, um Fans den Spieltag zu verbieten. Dieses Erlassen von Betretungsverboten nach dem Gießkannenprinzip muss aufhören!“

Die Vorgänge bedürfen der Aufklärung. Es bleibt offen, wie die Polizei zu ihrer absurden Einstufung kam. Es bleibt offen, wie die Polizeien generell Sicherheitseinstufungen vornehmen und auf welche Kriterien und Erkenntnisse sie sich dabei stützen. Die SPD-Landtagsfraktion hat dazu heute eine Anfrage an die Landesregierung auf den Weg gebracht, um diese Fragen aufzuklären. Wir werden über den Fortgang informieren und wünschen allen Fans einen entspannten Spieltag.

Fanhilfe Münster, 28.08.2025

Hintergrundartikel zur Fanfreundschaft Münster-Bochum: https://www.faszination-fankurve.de/news/100021/bochum-und-muenster-eine-freundschaft-die-nun-auch-durch-zaunfahnen-sichtbar-ist

Jugendfahrt zum Länderspiel nach Köln

Am Sonntag, dem 7. September 2025, fahren wir mit einer Jugendgruppe zum Länderspiel Deutschland – Nordirland nach Köln. Alle Preußenfans zwischen 14 und 17 Jahren können mitkommen. Leider haben wir bisher nur vier Plätze (Karten) zur Verfügung, aber wir arbeiten daran…

Meldet euch per Mail an. Sagt euren Eltern, sie sollen einfach an fanport[at]outlaw-ggmbh.de schreiben.

Fragen klärt Stefan unter 0160 90827934

Das Anmeldeformular unten auf dieser Seite muss ausgedruckt und ausgefüllt zur Fahrt mitgebracht werden.

Da der Anpfiff erst um 20:45 Uhr erfolgt, rechnen wir mit der Rückkehr nach Münster gegen 1:00 Uhr nachts. Die Hinfahrt erfolgt am Sonntag um 16:00 Uhr ab dem P1 am Preußenstadion. Die Kosten für Fahrt und Eintritt betragen 25,00 Euro, für Verpflegung haben die Teilnehmenden selbst zu sorgen.

Öffnungen bei Heimspielen

Bei Heimspielen des SC Preußen Münster haben wir wie gewohnt drei Stunden vor Anpfiff geöffnet. Bei Mittagsspielen erwartet euch unser reichhaltiges Spieltagsfrühstück. Bei Abendspielen gibt es meistens einen kleinen veganen Snack. Außerdem haben wir natürlich immer ein offenes Ohr für eure Anliegen. Nach den Abendspielen haben wir geschlossen – da gibt es in der Alt oder an der Mottekstrehle reizvollere Alternativen…

Auch während der Umbauphase gelangt ihr wie gehabt über die Hammer Straße zu uns – einfach rückwärtig an den Kassenhäuschen vorbeilaufen. Unser blauer „Containerport“ liegt direkt auf dem Weg zur neuen Westtribüne. Kommt gerne rum!

DFB und DFL erhöhen Fanprojekt-Finanzierung

Aktueller KOS-Bericht zeigt eindrucksvoll die große Bandbreite der Fanprojektarbeit 
 

Die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) bei der Deutschen Sportjugend (dsj) begrüßt die Entscheidung von DFB und DFL, die Förderung der Fanprojekte stufenweise von zunächst 165.000 Euro auf maximal 175.000 Euro im Jahr 2028 anzuheben. DFB und DFL unterstreichen damit das klare Bekenntnis des Fußballs zur sozialpädagogischen Arbeit der Fanprojekte, die ein beeindruckendes Portfolio an Angeboten und Themen abdecken. Die 71 deutschen Fanprojekte leisten einen wichtigen Beitrag zur positiven Entwicklung von Fankultur und Gesellschaft.  

Michael Gabriel, Leiter der KOS: „Wir begrüßen die Entscheidung von DFB und DFL, die zeigt, dass der Fußball sich klar zur so wichtigen Arbeit der Fanprojekte bekennt. Wir hoffen, dass dieses Signal in Kommunen und Bundesländern positiv aufgenommen wird, denn nur in gemeinsamer Verantwortung kann es gelingen, die Fanprojekte zukunftsfest aufzustellen.

Denn Fakt ist auch: Mit der jetzigen Erhöhung können Fanprojekte nur ihren Status quo halten. Eine Ausweitung der Angebote und Aufstockung von Personalstellen muss im nächsten Schritt dringend erfolgen. Dies ist angesichts des enormen Zulaufs junger Fans und vieler besorgniserregender gesellschaftlicher Entwicklungen unumgänglich.“ 

FANPROJEKTE 2025 

Wie vielfältig die professionelle Arbeit der Fanprojekte ist, zeigt der aktuelle „Sachstandsbericht zum Stand der Sozialen Arbeit mit Fußballfans – Fanprojekte 2025”, der nun erschienen ist. 

Anhand praktischer Beispiele werden auf 120 Seiten jene Themenfelder vorgestellt, die Fanprojekte gemeinsam mit den jugendlichen Fans aktiv bearbeiten: von der demokratiepolitischen Bildungsarbeit und Gewaltprävention über Demokratieförderung und die Prävention von Radikalisierungstendenzen, die gendersensible Fanarbeit und Suchtprävention bis hin zur Stärkung europäischer Werte durch internationale Jugendaustauschprojekte. 

Zudem wird das beeindruckende Netzwerk rund um die Fansozialarbeit in Deutschland vorgestellt. Hier zeigt sich die herausragende Qualität der Zusammenarbeit auf allen Ebenen, von den Vereinen über die Kommunen bis hin zu den Sicherheitsorganen. 

Michael Gabriel: „Fußballfankultur ist die größte Jugendbewegung in Deutschland, deren Attraktivität nach Corona noch einmal zugenommen hat. Die Erfahrungen der letzten 30 Jahre zeigen, dass die Arbeit der Fanprojekte wirkt. Sie unterstützt nicht nur eine positive und friedliche Fankultur im Fußball, sie wirkt darüber hinaus tief in die Gesellschaft, indem sie Demokratie, Vielfalt und Beteiligung junger Menschen fördert.“ 

>>> FANPROJEKTE 2025 kann hier heruntergeladen werden. 

Koordinationsstelle Fanprojekte bei der dsj

Frankfurt am Main, 07.08.2025

U18-Tour nach Billerbeck

Moin!

Die Saisonvorbereitung läuft auf vollen Touren, ein Testspiel des SC Preußen Münster jagt das Nächste. ⚽

Um euch jüngeren Preußenfans im Alter von 12-17 Jahren ein Angebot zu machen, laden wir euch ein, mit uns nach Billerbeck zum Testspiel der Preußen gegen Heracles Almelo zu fahren. Wir haben sechs Plätze im Bulli frei, die Mitfahrt ist kostenlos. Den Eintritt ins Stadion müsst ihr allerdings selbst tragen.

Meldet euch gerne per Mail an fanport@outlaw-ggmbh.de, wenn ihr am Freitag, den 18. Juli 2025 mitfahren wollt. First come – first serve!

Das Spiel geht um 18:00 Uhr los, wir starten am Preußenstadion (Parkplatz P1) um 16:00 Uhr. Bitte nutzt mit euren Eltern das unten stehende Formular „U18-Tour Testspiel“ 🖍