13.04.18

TAGESSCHAU: Hintergrund - Was ist Antisemitismus?


Antisemitismus-Skandal bei der Echoverleihung 2018

 

Am 12.04.2018 erhielten die Rapper Farid Bang und Kollegah den Echo 2018 im Bereich „HipHop“. Doch wird ihnen mit der Textzeile „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ unter anderem von Auschwitz-Überlebenden Antisemitismus vorgeworfen.

Aber was ist das eigentlich: Antisemitismus? Hier ein Erklärungsversuch:

 

TAGESSCHAU: Hintergrund - Was ist Antisemitismus?

Die einen klagen über die vermeintliche "Keule" des Antisemitismus-Vorwurfs. Andere meinen, es fehle ein grundlegendes Verständnis davon, was Antisemitismus eigentlich meint. Mithilfe einer Definition versuchen Experten, das Phänomen zu fassen.

Von Patrick Gensing, tagesschau.de

Was ist Antisemitismus? Eine Frage, auf die man in Diskussionen höchst unterschiedliche Antworten bekommt. Um gezielt gegen die verschiedenen Formen dieses Phänomens vorgehen zu können, nahm die Bundesregierung im September eine einheitliche Definition des Begriffes an. So sollen entsprechende Einstellungen besser erkannt, dokumentiert und bekämpft werden können.

Die Definition wurde auf der Basis von Arbeiten der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (International Holocaust Remebrance Alliance, IHRA) erarbeitet. IHRA ist eine zwischenstaatliche Einrichtung, die 1998 von dem ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson gegründet worden war. Die IHRA hat 31 Mitgliedsländer (darunter Deutschland, Österreich, Frankreich, Israel und die USA), mit Bulgarien und Australien zwei Partnerländer sowie zehn Beobachterstaaten. In der Allianz werden Regierungen und Experten zusammengebracht. Zu den Partnerorganisationen gehören unter anderem die UN und die UNESCO.

Wahrnehmung, die sich als Hass ausdrücken kann

Die IHRA hatte die erwähnte Antisemitismus-Definition im Mai 2016 bei einer Konferenz in Bukarest beschlossen. Sie lautet:

Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.

Die Definition soll aus Sicht der Bundesregierung auch im Schulunterricht oder in der Ausbildung von Berufen in der Justiz oder im Polizeidienst verwendet werden. So werde es etwa für Polizeibeamte einfacher, Straftaten einem antisemitischen Hintergrund zuzuordnen.

Aus einer Wahrnehmung können Worte und Taten werden

Entscheidend an der Definition ist, dass nicht erst von Antisemitismus gesprochen wird, wenn offener Hass durch Worte geäußert oder durch Taten demonstriert wird, sondern es ist von einer Wahrnehmung die Rede. Das heißt, der Antisemitismus ist ein Phänomen, das nicht durch die Anwesenheit oder das Verhalten von Juden ausgelöst wird, sondern ein Problem desjenigen ist, der diese antisemitische Wahrnehmung hat.

Aus dieser bestimmten Wahrnehmung der Welt kann dann offener Hass auf Juden werden. Das bedeutet: Hinter jeder judenfeindlichen Tat steckt ein antisemitisches Weltbild, aber nicht jeder mit einer antisemitischen Wahrnehmung muss zwingend auch offen Ablehnung oder Hass äußern. Dies ist bei anderen Phänomenen ähnlich: Rassismus oder Sexismus beginnen nicht erst bei einer Beleidigung oder Angriff. Erst kommt eine entsprechende Wahrnehmung, darauf können Worte und Taten folgen. (...)

Zum vollständigen Artikel: faktenfinder.tagesschau.de/hintergrund/antisemitismus-129.html


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