10.02.18

PNN: SV Babelsberg - Wie ein Ventil


(...) Jetzt haben sie beim SV Babelsberg 03 etwas ins Rollen gebracht. Was Spieler und Trainer des Viertligisten auf zahlreichen fremden Plätzen an rassistischen Schmähungen erdulden, lassen sie im eigenen Haus nicht zu. „Nazis raus“ ruft vor allem die Nordkurve im Karl-Liebknecht-Stadion, wenn im Gästeblock rechte Fans ihre Gesänge anstimmen. Besonders widerwärtig geschah das im vergangenen April, als mehr als 100 Neonazis aus Cottbus völlig enthemmt den Arm zum Hitlergruß reckten und Auschwitz-Lieder sangen. Dass später der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) – aus welchen Gründen auch immer – es wichtig fand zu erwähnen, dass „Nazischweine raus“ gerufen wurde, die Nazi-Krawalle aber in einer sportgerichtlichen Bewertung der Vorkommnisse jenes Fußballspiels übersah, überhörte und ignorierte, hat den Verband inzwischen in erhebliche Erklärungsnot gebracht. Und unter internationale Beobachtung: Nicht nur, dass deutschlandweit Zeitungen darüber berichten – inzwischen schreiben die New York Times, die Washington Post, der New Zealand Herald und die Times of Israel über die Auflehnung des deutschen Amateurvereins aus Babelsberg gegen den nordostdeutschen Fußballverband und dessen Wahrnehmungsschwierigkeiten.

Es traf den Vereinsvorstand um Archibald Horlitz im vergangenen Juni wahrhaftig hart, als er das Urteil des NOFV zugestellt bekam: Es war schlicht nicht zu verstehen, weshalb dort die Nazi-raus-Rufe in der Strafbegründung auftauchten. Und noch unverständlicher war es, als die Babelsberger ein paar Tage später das Urteil gegen den FC Energie Cottbus zu lesen bekamen, dass darin nicht ein Wort von Hitlergrüßen und antisemitischen Gesängen stand. (...)

Fast scheint es, als seien viele bei ihrer Suche nach einem Ventil fündig geworden, um den ganzen AfD-Frust abzulassen, die Wut und vermeintliche Ohnmacht gegen den Rechtsruck in Deutschland, gegen Flüchtlingshetze und Alltagsrassismus, gegen Nazis in Stadien. Als habe man endlich zurück zur Sprache gefunden, um seinen Ärger auszudrücken über den Etikettenschwindel von Verbänden, weil die statt großer Reklame im Kampf gegen Rechts eher versagen als erfolgreich sind. Da ist plötzlich ein Fußballklub, der sogar den Entzug seiner Spielberechtigung riskiert, um den Mund aufzumachen. (...)

Zum vollständigen Artikel: www.pnn.de/regionalsport/1256928/


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