29.01.18

DLF: Holocaust-Gedenktag - Zwischen zwei Eckbällen 3.000 Menschen vergast


An einem ungewöhnlichen, aber passenden Ort wurde an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht: dem Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. DFB-Präsident Reinhard Grindel sprach in ungewohnter Offenheit über die Rolle des Fußballs, dessen Vereine alles andere als Widerstandskämpfer gewesen seien. (...) "Der Ausschluss aus den Fußballvereinen war der erste Schritt auf dem langen Weg der Ausgrenzung und Entrechtung der Juden in Deutschland. Der Fußball hatte sein moralisches Rüstzeug in vorauseilendem Gehorsam aufgegeben. Es ist eine traurige Wahrheit: Auch der Fußball hat versagt. Die Vereine, der DFB, sie waren keine Widerstandskämpfer."

Den Fußball als Bühne gesucht

Daraus leite sich auch für heute eine Verantwortung ab, so Grindel: "Der Antisemitismus ist ein gesellschaftliches Problem, der sich gerade auch die Bühne des Fußballs für sein Treiben sucht. Ob wir es wollen oder nicht: Die Herausforderungen des Alltags erlauben es nicht, dass der Fußball sich über die lang geübte Floskel hin zurückzieht, dass der Sport unpolitisch ist. Im Gegenteil: Er ist nicht unpolitisch und er war es nie."

Man müsse sich vor jeden stellen, der seiner Religion, seiner Herkunft, seiner Ethnie oder sexuellen Orientierung wegen angegriffen werde, mahnte Grindel. Und das eben zwischen Fußball und dem Holocaust, Verbindungen gab, machte auch die Episode deutlich, die Historiker (Moshe) Zimmermann, von Fußballspiel nahe der Rampe in Birkenau aus Sicht eines Häftlings schilderte:

"Der Ball flog am Tor vorbei - Ecke. Er warf einen Blick nach hinten und sah die Juden, die aus dem soeben angekommenen Zug rausgezerrt wurden. Es wurde aber weitergespielt. Und wieder gab es einen Eckball. Er schaute nach hinten und sah die leere Rampe. Ich zitiere den schrecklichen Satz: Ich kam mit dem Ball zurück und kickte ihn in eine Ecke. Zwischen dem ersten und zweiten Eckball wurden hinter meinem Rücken 3.000 Menschen vergast."

Zum vollständigen Artikel: www.deutschlandfunk.de/holocaust-gedenktag-zwischen-zwei-eckbaellen-3-000-menschen.1773.de.html


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