25.01.17

FLUTLICHT #21: Vortrag "Antiziganismus im Fußball und in Fußball-Fankulturen"


Am Mittwoch, den 25. Januar 2017 wird es die nächste Veranstaltung in unserer Reihe "Flutlicht" geben, in der es in loser Folge um Fanrechte, Fankultur, Politik und Antidiskriminierung geht. Und zwar wird der Chefredakteur des Transparent Magazins, Pavel Brunßen, um 20:00 Uhr über das Thema "Antiziganismus im Fußball und in Fußball-Fankulturen" informieren und für eine Diskussion bereit stehen. Der Vortrag findet im Bohème Boulette (Hinterraum), Hansaring 26 in Münster statt. Hier der komplette Veranstaltungstext:

Fans rufen „Zick, Zack, Zigeunerpack!“, beschimpfen den anderen Verein als „Zigeuner“. Bei allem Engagement gegen Diskriminierung von Fans, Vereinen und Verbänden sind dies nach wie vor alltägliche Phänomene in und um die Stadien. Die Sensibilisierung und Wahrnehmung für antiziganistische Vorfälle ist äußerst gering – eine Problematisierung bleibt zumeist aus. Dabei ist Antiziganismus ein weit verbreitetes Ressentiment: 2006 gaben in einer Repräsentativumfrage des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma mehr als drei Viertel der befragten Sinti und Roma an, schon häufiger diskriminiert worden zu sein. Laut einer aktuellen Studie stimmen mehr als die Hälfte der Deutschen antiziganistischen Aussagen zu. Pavel Brunßen thematisiert in diesem Vortrag die Fragestellungen, wie Antiziganismus im Kontext Fußball zu beobachten ist und wahrgenommen wird, welche Funktion Antiziganismus in der Gesellschaft innehat und ob es eine Spezifik des Antiziganismus im Kontext Fußball gibt. Im Anschluss an den Vortrag wird es Zeit zur Diskussion geben.

Pavel Brunßen ist Chefredakteur des Transparent Magazins. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Diskriminierung und Antidiskriminierung in Fußball-Fankulturen.

Die Veranstaltung stellt auch einen Beitrag zur Initiative "Nie wieder - für einen Erinnerungstag im deutschen Fußball!" dar, an der wir uns jedes Jahr rund um den 27. Januar, dem Datum der Befreiung des Arbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz (1945), beteiligen.

 

 

LESETIPP: 

Für Volk, Reich und Palästina

(aus: Jungle World vom 05.11.2015)

Die umtriebige rechtsextreme Chemnitzer Ultra-Gruppierung NS-Boys ist Teil eines Netzwerks, zu dem auch Cottbuser, Leipziger und Züricher Kameraden gehören. (...) 

Als Feinde betrachten die Cottbuser und Chemnitzer Kameraden hauptsächlich die Vereine Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue und Babelsberg 03 sowie deren Anhänger. Die entsprechenden Spiele sind perfekte Anlässe, um dem Hass freien Lauf zu lassen. Anfang des Jahres veröffentlichten die NS-Boys in den sozialen Netzwerken eine Bildmontage. Sie zeigt den Auswärtsblock von Dynamo Dresden, in den die Flagge Israels hineinmontiert ist. Außerdem wurde der Schriftzug »Ultras Dynamo« auf einem Banner durch »Juden Dynamo« ersetzt und eine antisemitische Karikatur eingearbeitet. Vor dem Spiel Erzgebirge Aue gegen Dynamo Dresden sprühten Chemnitzer Fans 2013 den Schriftzug »Juden SGD« mit einem Davidstern zur Begrüßung der anreisenden Fans. Höhepunkt in den letzten Jahren war aber ein Banner des Cottbuser Anhangs. Beim Landespokalhalbfinale zwischen Babelsberg 03 und Energie Cottbus in Potsdam hing ein kleines Transparent mit der Aufschrift: »ZCKN, ZGNR & JDN« (Szenecode für »Zecken, Zigeuner & Juden«) im Auswärtsblock. (...) 

Zum vollständigen Artikel: http://jungle-world.com/artikel/2015/45/52969.html


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